Rezept // Kirschstreusel

Hamburg hat die meisten Millionäre, mehr Brücken als Venedig und die meisten Sterneköche... 

Und obwohl sie immer wieder gern auf ihr "hanseatisches Understatement" verweisen, sind die Hamburger gar nicht mal so bescheiden, wenn es darum geht, ihre Stadt anzupreisen. Im Gegenteil - wenn es um die Vorzüge Hamburgs gegenüber anderen Orten geht, werden schnell mal dubiose Statistiken hervorgeholt und es wird mit merkwürdigen Vergleichen geprahlt. 



Diese Woche ist Hamburg wohl die Stadt mit dem größten Polizeiaufgebot und die Stadt mit der größten medialen Berichterstattung. G20 geht mir langsam so richtig auf die Nerven. Und das nicht nur deshalb, weil Erdogan in meiner unmittelbaren Nachbarschaft absteigt. 

Die Stadt spielt verrückt - eine Mischung aus Panikmache, Vorfreude und Geschwätzigkeit wabert durch die Straßen und man kann keinen Meter weit gehen, ohne irgendein neues unsinniges Gerücht zum Thema Polit-Gipfel zu hören. Dass die Saudis die Teilnahme am Gipfel abgesagt hätten, weil sie keinen Platz für ihre Kamele gefunden haben, ist dabei wohl noch das harmloseste aller Gerüchte, die derzeit durch die Stadt getragen werden. 

Eigentlich wollte ich heute spazieren gehen - aber wo überhaupt? Die Hafencity ist dicht, an der Alster und in den Parks der Stadt tummeln sich die Demonstranten und überall hat irgendjemand eine Meinung zum Gipfel. Weniger zur Politik an sich, sondern viel mehr zur Polizei, zum Staat, zum Kapitalismus, zum Übernachten in Camps... aber eigentlich nicht zu dem, was da bei G20 eigentlich diskutiert wird. Das nervt. 
Meinungsfreiheit ist wichtig - aber ich will doch einfach nur in Ruhe meinen freien Tag genießen und Kraft tanken für ein anstrengendes Gipfel-Wochenende und die kommende Arbeitswoche. Ohne pseudo-politische Diskussion im Ohr. Einfach nur Ruhe und Entspannung. 



Weil das in der Stadt dieser Tage nicht so gut klappt, ziehe ich mich also auf meinen Balkon zurück. Blicke auf die Züge, die langsam in den Bahnhof einrollen und ein seltsam tröstliches Gefühl der Normalität vermitteln. Und genieße dabei ein herrlich unaufgeregtes Stück Kirsch-Streusel. 

Kirsch-Streusel 

für eine runde Kuchenform ∅18 cm 

50 g Butter 
35 g Zucker 
1 Ei 
1 Prise Salz 
120 g Mehl 
1 TL Backpulver
30 g Milch 

Die Basis ist eine ganz simple Sandmasse: Die Butter wird mit dem Zucker schaumig geschlagen, das Ei untergerührt, am Ende werden Mehl und Backpulver und Milch untergerührt. 
Die Masse wird auf den Boden einer gefetteten Springform verteilt. 

Darauf kommen ca 300 g Kirschen - ob mit oder ohne Stein ist euch überlassen, aber ich entsteine sie immer. Wir wollen dem Zahnarzt schließlich nicht unnötig Arbeit bescheren... und der Kuchen wird auf diese Weise auch saftiger. 

Für die Streusel: 

50 g Butter 
70 g Mehl 
40 g Zucker 
1 Prise Zimt 

Die Zutaten werden mit den Händen zu Streuseln geknetet und auf den Kirschen verteilt. 
Dann kommt der Kuchen für ca. 35 Minuten bei 200°C in den Ofen. 

Noch ein bisschen abkühlen lassen und schon könnt auch ihr ganz entspannt ein Stück Normalität genießen... 

Lasst euch nicht verrückt machen von der Welt da draußen! 

♥︎sabrina



0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Zeilen zu hinterlassen. Sobald das Gebäck der Stunde im Backofen und der Timer gestellt ist, werde ich deinen Kommentar lesen und freischalten!