Rezept // Astra-Kuchen

"Never wrong a writer. They will get their revenge in print." 

Das ist eines meiner Lieblingszitate über das Schreiben. Auf Deutsch bedeutet es ungefähr "Tue niemals einem Autor unrecht. Er wird sich mithilfe von Tinte rächen" - sprich: er wird über dich schreiben. 



Schon seit ich denken kann, schreibe ich Texte und Geschichten. Während meiner Schulzeit habe ich so meine Freunde durch langweilige Erdkunde-Stunden gebracht (könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, warum mir so lange nicht aufgegangen ist, dass Othmarschen und Ottmarsheim NICHT der gleiche Ort sind). Damals hatte ich wahrscheinlich auch meine kreative Höchstphase, was vielleicht daran liegt, dass ich im 45-Minuten-Takt in Klassenzimmer gesperrt wurde... da hat das Gehirn viel Zeit, kreativ zu werden. 

Während der Ausbildung zur Journalistin wurde mir die Kreativität beim Schreiben ein bisschen ausgetrieben. Da zählten nur noch Fakten. Und seit ich als Konditorin wieder in einem kreativen Umfeld arbeite, wird auch mein Schreiben wieder etwas kreativer. 

Mein größtes Projekt sind derzeit die "Rhabarberchroniken", die sich hoffentlich eines Tages zu einem richtigen Buch entwickeln und die ich immer gerne als "autobiografisch-angehauchter Gastro-Aufklärungsroman" bezeichne. Nun ja, damit geht einher, dass auch viele Menschen, die eine große Rolle in meinem Leben spielen oder gespielt haben, mit in die Geschichte geschrieben werden. Denn ganz ehrlich: was man in der Gastro manchmal so erlebt, kann sich kein Autor aus den Fingern saugen. Die Realität ist viel lustiger/spannender/erschreckender/... und die echten Menschen sind viel skurriler/sympathischer/chaotischer/... und trotz allem einfach zum Liebhaben (meistens). Auf jeden Fall hat man im echten Leben genug Quellen der Inspiration. 

Also wundert euch bitte nicht, falls ihr irgendwann die Rhabarbarberchroniken vor euch liegen habt und plötzlich verdammt viel mit einem der Charaktere gemein habt. :) Ihr wurdet gewarnt. 

Mein zweitliebstes Schreib-Zitat ist übrigens von Ernest Hemingway: "Write drunk. Edit sober." 

Zu diesem Zweck schlage ich heute Bier vor. Astra, natürlich, das Hamburger Original. Und weil ich hier nicht nur schreibe, sondern vor allem auch backe, gibt es das heute in Form eines Kuchens. Angelehnt an den irischen Guiness-Schoko-Kuchen habe ich Astra-Schoko-Kuchen gebacken. Probiert ihn doch auch mal und lasst euch von dem herben Aroma inspirieren... 



Astreiner Astra-Schoko-Kuchen 

250 ml Astra Urtyp 
250 g Butter 
80 g Kakaopulver
200 g brauner Zucker
50 g Zucker 
2 Eier 
130 g Jogurt 
280 g Mehl 
2 TL Natron 
1/2 TL Backpulver 

Das Bier und die Butter werden in einem Topf erwärmt, bis sich die Butter aufgelöst hat. Das Erwärmen des Biers ist wichtig, um den Schaum zu reduzieren. Kakao und beide Zuckersorten unterrühren, dann die leicht verquirlten Eier zugeben. 
Mehl, Natron und Backpulver mischen und sieben und gemeinsam mit dem Joghurt unter die Masse rühren. 
In eine gefettete Springform (∅18-20 cm) geben und bei 170°C ca 45 Minuten lang backen. 

Theoretisch könnte man dem Kuchen jetzt noch ein Topping à la Red Velvet verpassen, aber das habe ich mir gespart. Der Kuchen ist durch das Bier und den Joghurt so saftig, dass es keiner zusätzlichen Creme bedarf. 

Tja. Und nun wünsche ich fröhliches Schlemmen und furioses Schreiben! 

♥︎sabrina

P.S.: Ja, die Fotos wurden in Hamburg aufgenommen - hier scheint manchmal tatsächlich die Sonne. 

P.P.S: Was das Erdkunde-Geständnis betrifft... allen, die jetzt zur Moralpredigt ansetzen, wie ich denn auch noch öffentlich im Das-Internet-vergisst-nichts-Internet zugeben kann, in der Schule mal nicht aufgepasst zu haben (und wenn das jetzt Kinder lesen, oh weh!), möchte ich sagen: Ich steh zu meinen Fehlern. Und geografische Orientierungslosigkeit im europäischen Raum gehört bisweilen nun mal dazu (in Neuseeland finde ich mich übrigens blind zurecht, ohne irgendwelche Orte zu verwechseln). Und was ich an der Stelle auch noch loswerden möchte: was haben diejenigen, die in der 8. Klasse die jeweils 20 größten Städte aller asiatischer Länder mit ihren jeweiligen Einwohnerzahlen auswendig gelernt haben, denn nun davon? Dieses "Wissen" hilft auch nicht weiter, wenn man sich zwischen Hamburg und Besigheim - oder Othmarschen und Ottmarsheim - entscheiden muss. 

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