Küchenklatsch // Carrot Gate {Marzipankarotten - mit Anleitung}

Klein, süß, grün und orange, blitzschnell fertig und ein Hingucker auf jeder Ostertafel: Marzipankarotten. So unschuldig sie auch aussehen mögen, letztes Jahr haben mich die kleinen Teile trotzdem in die Bredouille gebracht und die Diskussionen, die folgten, gingen als "Carrot Gate" in die Geschichte ein. 



Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: für ein Buffet hatte ich etwas mehr als hundert Karottenkuchen im Glas auszudekorieren. Meine Kollegin und ich hatten uns für Marzipankarotten entschieden und weil besagte Kollegin am Ostersamstag frei hatte, holte ich mir Hilfe aus einer anderen Abteilung dazu. Die Kollegin und gute Freundin, die mir am Ende half, diese Armada an Marzipankarotten zu modellieren, - Vivien - war mit den Aufgaben auf ihrem Posten schon fertig, musste aber noch warten bis ihre Spätschicht sie ablöste. Also war es für sie kein Problem, mich zu unterstützen. Im Gegenteil: wir hatten Spaß und sie nutzte die Zeit, indem sie was Sinnvolles tat, anstatt rumzustehen und auf die Schichtablösung zu warten. 



Durch ihre Unterstützung wurde auch ich innerhalb meiner Schicht fertig und musste keine Überstunden machen (was zu dem Zeitpunkt und in dieser speziellen Küche nicht gern gesehen wurde). Somit wären eigentlich alle glücklich gewesen. Eigentlich. Bis der zuständige Sous Chef plötzlich ein Problem mit der Sache hatte und Vivien zur Rede stellte. Sie musste sich rechtfertigen für eine Entscheidung, die ich (als Ranghöchste, abgesehen vom Sous Chef) getroffen hatte. Sie musste sich dafür rechtfertigen, dass sie mich unterstützt hatte. - Bei mir jedoch wurde das Thema nie auch nur mit einem Wörtchen erwähnt... wahrscheinlich, weil besagter Sous Chef insgeheim wusste, dass ich am Ende die besseren Argumente hatte. 
Seitdem jedenfalls erinnern Vivien und ich uns mit Freuden an den Ostersamstag, der seitdem als "Carrot Gate" in unserer Erinnerung ist. Wer hätte auch ahnen können, dass eine so kleine Karotte eine solche Lawine an Diskussionen auslösen kann... 

Jetzt aber dazu, wie so eine Marzipankarotte eigentlich entsteht! Alles, was ihr braucht, ist Marzipan (oder wahlweise auch Massa Ticino, die weiße Modelliermasse aus Zucker), eingefärbt mit Lebensmittelfarben in orange und grün, ein Modellierbesteck* und ein wenig Fingerspitzengefühl. 

{* wer kein Modellierbesteck besitzt, kann sich auch mit einem glatten Messer und Zahnstochern behilflich sein}

1.) Aus dem orangeroten Marzipan wird eine gleichmäßige, glatte Kugel geformt, indem man eine kleine Menge Marzipan zwischen den Handtellern rollt. 



2.) Die Kugel wird zwischen den hinteren Handflächen, also der Verlängerung der kleinen Finger zum Körper hin, zum Kegel geformt. 



3.) Mit dem Marzipanmesser werden ungleichmäßige Kerben in die Kegelform geritzt. 



4.) Mit dem kegelförmigen Modellierbesteck (oder mit einem Zahnstocher) wird an der dicken Seite ein Loch eingedrückt. Hier wird nun ein aus grünem Marzipan modellierter kleinerer Kegel eingesteckt. (Falls der nicht von allein hält, kann man ihn mit etwas Alkohol ankleben.) Das Grün kann als Kegel bleiben, leicht eingerollt oder mit dem Marzipanmesser eingeschnitten werden - erlaubt ist, was nach Karottengrün aussieht. 



Alternativ können Marzipankarotten natürlich auch in 2-D-Optik ganz einfach ausgestochen werden. Dafür habe ich das Marzipan dünn ausgerollt (ca. 1mm) und für die Karotten einen kleinen Tropfenausstecher benutzt. Für das Grün habe ich einen Blütenausstecher benutzt und dann mit dem Marzipanmesser jeweils zwei Blütenblätter abgeschnitten und von hinten an die orangenen Karotten geklebt: 


Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Modellieren und Ausstechen und natürlich frohe Ostern! 

♥︎sabrina 



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