Rezept // Vanilleeis und Eistee {Die Eisheiligen}

Gerade wenn ich im großen Eis-Glück schwelge, ziehen natürlich wieder die Eisheiligen ein. War ja klar. Statt frühsommerlicher Mailüftchen voller Verheißung auf einen tollen Sommer wehen bitterkalte Winde durch ein graues München. 

Aber meine Eis(tee)-Begeisterung lasse ich mir von den "gestrengen Herren" (und der Dame) nicht verderben, soviel sei schon einmal klargestellt. 



Da können Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia noch so viel Regen und kalten Wind durch die Straßen peitschen. Eistee gibt's trotzdem. Und Vanilleeis mit Erdbeeren sowieso. Und so werden für mich die Eisheiligen einfach zu den Tagen des heiligen Eises umbenannt - in jeglicher Form, Hauptsache es schmeckt! 

Habt ihr schonmal Vanilleeis selbst gemacht? Gar nicht mal so schwierig... 

Für ein Milch- oder Sahneeis wird die Flüssigkeit mit Zucker aufgekocht und mit Ei abgebunden. Geschmacksgebende Zutaten werden zugegeben und der größte Teil ist schon geschafft. Der Eiskonditor kühlt die Masse rasch herunter und lässt den so genannten "Eismix" dann mehrere Stunden reifen, ehe er ihn in die Eismaschine gibt und unter ständiger Bewegung friert. 

Zuhause habe ich leider keine Eismaschine, deshalb musste ich auf die Thermomix-Variante zurückgreifen, um meinen Eismix in eine geschmeidige, eisige Masse zu verwandeln. Hierbei wird auf das Prinzip zurückgegriffen, das der Profi für kleine Mengen (zum Beispiel in einem Restaurant, wenn Speiseeis Bestandteil der Nachspeise ist) Eis anwendet: der schlaue Koch oder Pâtissier nutzt hierfür einen PacoJet, eine Maschine, in deren Behälter die Eismasse ohne Bewegung einfach im Froster gefroren wird - wird das Eis gebraucht, wird der Behälter in die Maschine gespannt und ein kleines scharfes Messer fräst sich von oben nach unten und wieder zurück. Ob nun also 30 l-Eismaschine oder 500 ml-PacoJet - das Ergebnis ist das selbe: cremig-feines Eis aus eigener Herstellung.

Vanilleeis für Zuhause (mit Eismaschine oder Thermomix) 

300 g Vollmilch 
150 g Sahne
120 g Zucker 
120 g Eigelb (von frischen Eiern)
1 Vanilleschote 

Milch, Sahne, das Mark der Vanilleschote und Zucker aufkochen und vom Herd nehmen. Die Masse durch Angleichen mit dem Eigelb zur Rose abziehen. Dies gelingt am besten, wenn man einen kleinen Teil der heißen Masse mit dem Eigelb glattrührt und dann zur heißen Masse gibt und diese unter Rühren auf 80°C erhitzt. 
In einem kalten Wasserbad oder in der Kühlung wird die Masse schnellstmöglich auf +7°C heruntergekühlt und dann in der Eismaschine gefroren. 
Für die Thermomix-Variante wird die Eismasse in eine flache Schale oder Box gegeben und eingefroren. Nach ca. 10 Stunden kann sie herausgenommen und in Würfel geschnitten werden (evtl. vorher 10 Minuten antauen lassen, damit sie sich leichter schneiden lässt). Im Thermomix dann 15 Sekunden bei Stufe 6 cremig rühren und sofort verzehren. 

Eis läuft bei mir. Eistee auch. Rinnt mir neuerdings die Kehle runter wie flüssiges Gold. 
Ich habe endlich dem Begehren nachgegeben und mir einen Tea Jay zugelegt. Nicht gerade lebensnotwendig und eigentlich auch total überteuert, aber gleichzeitig einfach so toll. Seither gibt es bei mir fast täglich Eistee - und zum ersten Mal in meinem Leben nehme ich (freiwillig) genug Flüssigkeit zu mir. Hat also nur Gutes, die schicke Kanne. 




Meine Minzpflanze wird zwischenzeitlich fast schon schneller abgeerntet als sie nachwächst, aber bisher kann sie noch mithalten - obwohl inzwischen fast in jeden meiner Eistees Minze kommt. Und mein derzeitiges Lieblingsrezept hab ich heute ebenfalls für euch (das natürlich auch ohne Tea Jay funktioniert): 

Eistee Rooibos-Rhabarber

8 cl Rhabarbersirup (selbstgemacht) 
10 cl kaltes Wasser 
5 Minzblätter

2 TL Roiboos Kalahari-Tee 

Eiswürfel 
ca. 125 ml heißes Wasser

Das Rhabarbersirup, das kalte Wasser und die Milzblätter werden in die Teekanne gegeben und gemischt. Die Kanne wird zu zwei Dritteln mit Eiswürfeln aufgefüllt. 
Im Teeeinsatz oder in einer separaten Kanne mit Teesieb werden 2 TL Roiboos-Tee mit heißem Wasser aufgegossen. Nach 8 Minuten Ziehzeit lässt man den heißen Tee über die Eiswürfel laufen, mischt alles und genießt. 

Eisheilige hin oder her - Eis geht immer! In diesem Sinne: lasst es euch schmecken (und verratet mir doch gleich noch eure liebsten Speiseeis- und Eisteesorten!). 

♥︎Sabrina









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