Gewürzrausch: Konfitüre, Pumpkin Spice und Lebkuchen

Dieses Jahr bin ich im Gewürzrausch. Von Anis bis Zimt - die klassischen Lebkuchengewürze stehen bei mir seit zwei Wochen in der Küche und werden auch gar nicht erst weggeräumt. 

Vielleicht liegt es daran, dass ich wochenlang am perfekten Pumpkin Spice Latte herumgebastelt und mir damit aufgrund eines Gewürz-Overloads eine Cumarin-Abhängigkeit angeeignet habe. Vielleicht färbt aber auch einfach das Würz-Verhalten einiger Kollegen (die ich bislang für ihren abnormal hohen Zimtverbrauch belächelt habe) endlich auf mich ab. Oder vielleicht hat es auch schon angefangen, als ich vor einiger Zeit einen neuen Schwung Marmelade gekocht und dabei ein paar Gewürze ausprobiert habe...




Selbstgekochte Marmelade und Konfitüre schmeckt einfach am besten und lässt so viel Spielraum für Kreativität. Ich habe im Oktober zwei Sorten hergestellt, die meiner Meinung nach super in die Herbstzeit passen, weil sie mit ihrer säuerlichen Frische für einen Hauch Exotik auf dem Frühstückstisch sorgen. 


Für meine eigenen Fruchtaufstriche zuhause verwende ich immer Gelierzucker 2:1 (zwei Teile Früchte, ein Teil Zucker), denn 1:1 finde ich persönlich zu süß. Mit ein bisschen Zitronensäure zusätzlich geliert auch alles wunderbar. Meist koche ich sehr kleine Mengen, z. B. von 250 g Früchten und 125 g Gelierzucker - im Thermomix ist das nach kürzester Zeit erledigt, aber in einem Topf auf dem Herd funktioniert es genauso gut. Wichtig ist: dabeibleiben und immer wieder rühren, damit nichts überkocht oder anbrennt. 




Früchte kombiniere ich nach Lust und Laune. Für mein Blutorangengelee hab ich Blutorangensaft und Orangenspalten mit Vanille kombiniert und zum Schluss noch Orangenzesten zugegeben. Das Ergebnis ist optisch und geschmacklich toll. Ebenso wie bei meinem Exotik-Gelee, der Verbindung aus einer frischen Mango und 7 Passionsfrüchten. Durch den hohen Pektingehalt der Passionsfrüchte hätte die Masse sicherlich auch ohne Gelierzucker geliert, aber ich wollte kein Risiko eingehen (zumal der Zucker bei diesen sauren Früchten durchaus benötigt wurde). Auch hier habe ich einen Hauch von Vanille zugegeben, nächstes Mal möchte ich aber ausprobieren, wie Kardamom oder Piment passt. 


Nach der Marmeladen-Aktion folgte das nächste Projekt: Pumpkin Spice Latte. Ein alter Schuh, die PSL-Zeit ist eh schon wieder vorbei, jetzt ist Lebkuchenlatte und eine Debatte über rote Becher aktuell, ich weiß schon. ABER: Pumpkin Spice Latte ist für mich der einzig legitime Grund, zu Starbucks zu gehen und es pisst mich jedes Jahr aufs Neue an, dass exakt vier Tage vor Halloween auf mysteriöse Art und Weise ausgerechnet dieses Getränk ausverkauft sein soll. 




Also trink ich künftig nur noch meinen eigenen - auch lange nach Halloween noch. Einfach deshalb, weil er mir schmeckt. Selbstgemacht ist er weniger süß, ich weiß zu 100% was drin ist und der Aufwand hält sich auch in Grenzen. 


Pumpkin Spice Latte Sirup 

300 ml Wasser 
150 g Zucker 
200 g Hokkaido-Kürbis, fein geraspelt (oder einmal kurz durch den Mixer gejagt)
5-10 g Zimt 
3-5 g Piment
3-5 g Nelken (pulverisiert)
1 Prise Kardamom
1 Prise Muskat 

Wasser und Zucker aufkochen und solange einkochen bis Sirup entsteht (i. R. bei 102°C, Läuferzucker). Kürbisfleisch mitkochen, Gewürze zugeben und alles gut durchziehen lassen. 


Absieben, Sirup in ein Glas füllen und nach Belieben verwenden. 


So, die Kaffeemaschine brüht schon... 

Aber mein Gewürzrausch hat gerade erst begonnen. Auf der Anrichte in der Küche steht ein Blech Dominosteine, das noch mit Marzipan eingedeckt, geschnitten und überzogen werden muss - und das ist erst der Anfang meiner diesjährigen Lebkuchen-Orgie, auf die ich hinarbeite. Rezepte folgen. :) 
Und was backt ihr für die Adventszeit so?

♥︎sabrina

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