Rezept // Gill's super-homemade ice cream

Mit Trends hab ich's ja nicht so. Ich habe gerne meinen eigenen Stil und allem was "hip" ist, stehe ich im ersten Moment erstmal skeptisch gegenüber. Erstmal abwarten, wie lange der Hype anhält. 

Diese Lebenseinstellung hat einerseits den Vorteil, dass ich über eine breite Auswahl modischer, aber zeitloser Teile in meinem Kleiderschrank verfüge. Andererseits verpasse ich manchmal auch eine Modeerscheinung, die ich, im Nachhinein betrachtet, eigentlich doch ganz cool gefunden hätte. Und damit meine ich jetzt nicht unbedingt Modetrends. 



Die No Churn Ice cream war so ein Trend: Eiskrem, die ohne Eismaschine, also ohne Bewegung gefroren wird und deshalb auch für Menschen mit Mini-Küchen (tataaa) keine Herausforderung darstellt, dafür aber ein maximales Geschmackserlebnis bietet. In diesem legendären Sommer 2015 war no-churn ice cream der süße Trend schlechthin. Und besser spät als nie habe ich jetzt auch mal alle Konditor-Vorurteile gegenüber "Hausfrauen-/männerrezepten" über Bord geworfen und auch mal ohne Maschine gefroren. 

Für Konditoren ist die Eisherstellung nämlich ein komplexes Thema, das sich unter anderem über die Unterscheidung von Kremeis und Eiskrem, Milcheis und Sahneeis, Fruchteiskrem und Fruchtsorbet definiert. Kalte und heiße Herführung können unterschieden werden, man kann nach dem Fettgehalt der Milch oder dem Anteil der Früchte unterscheiden, es gibt Konditoreis und Industrieeis und der alte Streit, wie viel Luft denn nun wirklich drin sein darf (und seit der Meisterschule weiß ich auch: es gibt sogar Menschen, die vehement gegen die Verwendung von Kuvertüre-Dekor oder Ummantelung von Eis protestieren - und dabei ganz außer Acht lassen, dass Magnum ohne Schokomantel einfach niemals ein solcher Klassiker geworden wäre).  

Ich könnte euch mit den Details und Erklärungen wahrscheinlich stundenlang langweilen und am Ende wärt ihr wohl trotzdem nicht viel schlauer - weil ich finde, es kommt drauf an, was schmeckt und nicht, wie viel Prozent Milchfett in einem Speiseeis sein müssen. 

Zurück also zu den Haushalts-Rezepten. Meine neuseeländische Gastmutter (ja, da ist sie wieder, so eine Neuseeland-Story...), die von sich selbst behauptet hat, in der Küche nicht sonderlich begabt zu sein, hat die Vorzüge der No Churn Ice Cream schon vor Jahrzehnten erkannt. 



Sommer für Sommer kauft sie Unmengen an industrieller Tip Top Ice Cream (am liebsten Hokey Pokey und Cookies & Cream, die beiden Lieblingssorten der Familie), nur um die leergegessenen Behälter anschließend mit dem zu füllen, was sie einmal in einem Überschwang der Kreativität "Gill's super-homemade ice cream" nannte. 

Und Gill's super-homemade ice cream ist genau das: einfach super. Und das Rezept ist super-einfach, obwohl ich gestehen muss, dass ich - vor ca. 8 Jahren, als ich es zum ersten und bis dato einzigen Mal ausprobiert habe - schon einmal daran gescheitert bin. 

Gill verwendet etwas Rum in ihrem Eis, um den Gefrierpunkt zu senken und die Konsistenz cremig zu halten. Ich hatte damals den Fehler gemacht, ihre Rezeptangaben in cups und fl.oz falsch umzurechnen - und hatte 800g statt der angegebenen 80g verwendet. Nach dem Genuss einer kleinen Kugel war man also schon leicht alkoholisiert - ganz zu schweigen davon, dass die Masse einfach nie richtig fest wurde. 

Inzwischen weiß ich es aber besser, habe das Rezept erneut ausprobiert und an die in Deutschland zu erwerbenden Produkte angepasst (zwei Dosen Kondensmilch ist eben auch ein dehnbarer Begriff... Also gut möglich, dass auch da so einiges nicht gestimmt hat!) 



Gill's super-homemade ice cream 

200 g Sahne 
170 g Kondensmilch, gezuckert (z. B. eine Tube Milchmädchen) 
10 g Rum 
2 TL Kaffee, gefriergetrocknet (Flocken bzw. gröberes Pulver) 

Die Sahne wird ein wenig aufgeschlagen. Sie sollte zwar bereits Stand haben, aber noch recht flüssig sein, damit sich die Masse später optimal vermischt. 
Die gezuckerte Kondensmilch wird mit dem Rum und einem TL Kaffeeflocken glatt gerührt, dann wird die Sahne vorsichtig untergehoben. 

Zum Schluss wird ein zweiter TL Kaffeeflocken vorsichtig untergezogen, sodass sich die Stückchen nicht mehr vollständig auflösen. Alles in einen Gefrierbehälter füllen, mit Frischhaltefolie abdecken und den Deckel gut verschließen und über mehrere Stunden oder über Nacht einfrieren. 

Das Tolle an dem Rezept: es kann nach Belieben variiert werden. Statt Kaffee und Rum kann jede beliebige andere Zutat verwendet werden - Oreos zum Beispiel, für den Cookies and Cream-Geschmack... 

Viel Spaß und genießt den schönen Spätsommertag! 

♥︎sabrina 




2 Kommentare :

  1. Ein wunderbares Rezept und vor allem mit kleiner Küche gut machbar :)
    Grüß Dich lieb!

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    1. Stimmt - das passt definitiv für jede Küche! Liebe Grüße zurück!
      ♥︎sabrina

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