On a Valentine's Day II {Wieder mal Menü...}

Na, liegt bei euch noch Romantik in der Luft? Oder ist knapp eine Woche nach dem Tag der Liebe der ganze Spuk schon wieder vorbei? 

In Zeiten von "Shades of Grey" ist es mit der romantisch-verklärten Liebe bis ans Ende aller Tage ja eh nicht weit her, wie ich finde - kein Vergleich zum Zeitalter von Jane Austen und Henry James. 
Trotzdem sind auch dieses Jahr am Valentinstag wieder so viele Herzen geflogen, dass man vor lauter Rot und Rosa nicht mehr denken konnte. Und wie jedes Jahr bin ich froh, dass es vorbei ist. 



Eigentlich bin ich schon irgendwie romantisch veranlagt. Aber ich wiederhole gerne, was ich letztes Jahr schon geschrieben habe: was ist am Jubiläum einer religiös-motivierten Enthauptung eigentlich romantisch? 

Wie auch immer - der Valentinstag ist trotz allem aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken und an der Meisterschule tun unsere Lehrer alles, uns davon zu überzeugen, dass wir Konditoren mehr dafür tun müssen, um den Floristen an diesem Tag den Rang abzulaufen. Wir müssen kreativer sein, tollere Torten machen als das berühmt-berüchtigte Erdbeerherz. 

Aus diesem Grund wurden wir beauftragt, eine Valentins-Torte zu entwerfen und zu zeichnen. Meine sieht so aus: schlicht, rosa, irgendwie kitschig, aber nicht zu sehr. Ob man damit allerdings einen (entschuldigt das Wortspiel) Blumentopf gewinnen kann? 

Nun ja, solange ich keine eigene Konditorei besitze und im Hotel arbeite, muss ich mir über Valentinstorten voraussichtlich keine Gedanken machen. Auf der Arbeit wurde ich stattdessen auch dieses Jahr wieder mit dem Valentinstagsmenü konfrontiert. 



Dieses Jahr war es nicht das Menü-Schicken, das mich ins Schwitzen brachte, sondern das Mis-en-place. Als ich nämlich am Samstagmittag zur Arbeit kam und mit dem Satz "Das Eis für das Menü ist noch nicht gefroren" begrüßt wurde, setze kurz einen Moment mein Herzschlag aus. 
Dieser Satz hat eine Vorgeschichte - kurz gesagt: es gab einmal ein Menü für 600 Personen, bei dem der Hauptgang bereits serviert wurde, als diese Worte ausgesprochen wurden. Was folgte war die schlimmste Stunde meines Lebens, auch wenn ich eigentlich nicht verantwortlich war für die Misere, die sich da anbahnte. Seitdem hab ich jedenfalls einen kleinen psychischen Knacks weg und kriege Herzrasen, wenn ich diesen Satz höre. 

Am Samstag gab es aber eigentlich keinen Grund zur Panik. Ich hatte genügend Zeit, um die Eismaschine anzuwerfen und feinstes Lychee-Sorbet zu frieren, die Kugeln zu portionieren und die Teller vorzubereiten. 
Und am Abend schickte ich ganz entspannt das Dessert, das meine Kollegen unter der Woche kreiert hatten, während ich in der Schule zeichnete: weißes Schokomousse mit Lychee-Canache, gezuckerte Rosenblüten, Lychee-Sorbet. 

Und so wurde es ein ganz entspannter Abend, ohne dass sich die kleine Eskalation vom letzten Jahr wiederholte. 

Und wie war euer Valentinstag so? 

♥︎sabrina




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