Meisterschule // Das Touchon schmeißen

Der Countdown läuft, die Tage sind gezählt, jetzt ist es eigentlich nur noch eine Angelegenheit von Stunden - und heute in einer Woche ist alles vorbei. Der erste Teil (sinnigerweise Teil III genannt) der Meisterprüfung lässt grüßen. 
Und in der finalen Woche vor den Prüfungen hab ich nichts Besseres im Kopf als all das, was ich wochenlang vernachlässigt habe, aber unbedingt jetzt noch auf die Reihe kriegen will: Großputz in der Wohnung, bloggen, Wäsche waschen, backen, eine zusätzliche Schicht auf der Arbeit annehmen... ihr wisst schon: alles, was wichtiger ist als sich auf eine Meisterprüfung vorzubereiten.  




Man könnte auch von Prokrastination sprechen, das Wort trifft es ganz gut. 
Aber mei, so ist das halt mit diesen Prüfungen - die Zeit rennt, man hat das Gefühl, dass der Kopf schon schwirrt, aber nichts hängen bleibt und wenn man den Zustand erreicht hat, kann man genauso gut die Zeit nutzen und was ganz anderes machen. Verdrängen. Darin bin ich ziemlich gut. Manchmal. 

Manchmal auch nicht. Vor den Weihnachtsferien konnte ich das noch nicht so gut. Da knallte ich meinen Kopf voll mit Beitragssätzen zur Sozialversicherung (die die Regierung sinnigerweise zum Jahresbeginn wieder geändert hat, sodass ich die Zahlen prompt wieder streichen kann), Betriebsabrechnungsbögen, Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, Gesellschaftsformen und all diesen anderen spannenden Dingen, die in der Teil III-Prüfung (BWL, Steuer- und Handelsrecht, Buchführung) nächste Woche auf mich zukommen könnten
Entsprechend schlecht schlief ich auch und träumte wirres Zeug. Meine Augenringe lassen inzwischen jeden Panda vor Neid erblassen und wie oft ich eigentlich den Satz "Oh mein Gott, wie schaust du denn aus? Irgendwie fertig, wenn ich das mal sagen darf!" in letzter Zeit gehört habe, weiß ich auch nicht so genau. 




Letzte Woche habe ich mich ernsthaft gefragt, warum ich mir das überhaupt antue. Wofür nimmt ein Mensch all diesen künstlich hochgepushten Druck an dieser Schule auf sich? Vor allem, wenn er, so wie ich, vorhat, sich später - wenn überhaupt - am anderen Ende der Welt selbstständig zu machen. Nicht in Deutschland, wo ein Konditormeister Voraussetzung für die berufliche Selbstständigkeit in der süßen Branche ist, sondern in Neuseeland, wo die Regelungen zur Selbstständigkeit im Lebensmittelbereich weitaus nicht so streng zu sein scheinen. Warum also lasse ich mich von Lehrern, die ständig 150% fordern, und Mitschülern, die kein Gespräch ohne die Frage "Und, wie läuft's bei dir so mit dem Lernen?" bestreiten können, stressen?
Rund um die Uhr auf eine ganz bestimmte Art und Weise kreativ sein zu müssen und jegliches Fachwissen allzeit abrufen zu können, macht mich manchmal ganz schön fertig.

Und dann gibt es Tage wie heute (laut Antenne Bayern übrigens der von Wissenschaftlern als schlimmster Tag des Jahres errechnete Tag), wo ich einfach zu dem Schluss komme: an dieser Schule waren bestimmt schon - entschuldigt bitte - größere Trottel als ich, die es auch durchgezogen und geschafft haben. 


Also tue ich genau das: die Sache durchziehen. Denn eine Woche vor der ersten großen Hürde das Touchon zu schmeißen, kommt für mich nicht infrage. Und ob ich den Meister im Land meiner Träume später einmal brauchen werde oder nicht - er wird mich auf jeden Fall weiter bringen. 

Weil dieser Post, der eigentlich eine kleine Zusammenfassung der letzten Wochen sein sollte, doch irgendwie ein negatives Bild zeichnet, möchte ich zum Schluss doch noch die Laune etwas heben. Gemäß dem Motto "Wenn dich dein Leben nervt, streu Glitzer Konfetti drauf!" hier noch ein Rezept für euch, das ich in der Vorweihnachtszeit gebacken habe: 


Funfetti Cupcakes (6 Stück) 



70g Mehl
15g Speisestärke 
75g Zucker 
1/2 TL Backpulver 
60g Milch 
50g Vollei 
40g Butter 

Mark von einer halben Vanilleschote 
15g bunte Zuckerstreusel 

Mehl, Speisestärke, Zucker und Backpulver werden gemischt, dann wird die Butter zugegeben und so lange weitergerührt (am besten im Standmixer) bis eine sandige Konsistenz erreicht ist. 
Milch und Vollei werden kurz verrührt, das Vanillemark wird zugegeben. Dann wird die Eiermilch auf die sandige Mischung gegeben (bei größeren Mengen am besten auf drei Mal) und alles kurz glatt gerührt. Zum Schluss werden die Zuckerstreusel untergehoben und der Teig in Cupcake-Förmchen gefüllt (Füllhöhe: etwa zwei Drittel). 
Bei 175°C ca. 15-20 Minuten backen. 



Funfetti Cremehaube 

100 g Mascarpone
150-200 g Vanillecreme* 
20 g bunte Zuckerstreusel + ca. 15 g zum Dekorieren 

Vanillecreme am besten schon am Vortag zubereiten (Rezept siehe unten) und gut kühlen. Am Tag der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und glatt rühren. Mascarpone nur kurz unterrühren (zu langes Rühren führt dazu, dass die Masse zu flüssig wird), zum Schluss Streusel unterheben und die Creme auf die Cupcakes dressieren. Mit Streuseln bestreuen und genießen. 

*{Rezept für rund 300g Vanillecreme}

1. Aufkochen: 
100 ml Milch 
Mark von 1/2 Vanilleschote 
25 g Zucker

2. Glatt rühren 
50 ml Milch
20 g Weizenstärke

In die kochende Vanillemilch rühren und diese nochmals aufkochen lassen, um die Masse abzubinden. 

3. Abbinden
1 Ei zugeben, gut umrühren, bis die Masse eindickt. Vom Herd nehmen, in eine kühle Schale füllen und sofort direkt an der Oberfläche mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. 

Wünscht mir Glück für die erste Prüfung und Durchhaltevermögen für all das, was in nächster Zeit noch kommen mag! (Und freut euch gemeinsam mit mir auf die Zeit, wenn all das hier überstanden ist und ich wieder mehr Zeit dem Backen zuhause und dem Schreiben hier auf diesem Blog widmen kann!) 

♥︎sabrina

4 Kommentare :

  1. Neuseeland, das ist ja mal ein spannender Traum!
    Ich halte dir die Daumen und wünsche dir viel innere Ruhe und starke Nerven, du packst das sicher mit Bravur :)
    Liebe Grüße von mir zu dir,
    Fräulein Laune

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  2. Liebe Sabrina,
    Warum um Himmels Willen habe ich deinen schönen und interessanten Blog erst jetzt entdeckt? Ab heute hast du eine neue Followerin. Bei dir kann man wirklich etwas lernen. Danke dafür!
    Liebe Grüße Maren

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  3. Dann wünsche ich Dir noch einiges an Durchhaltevermögen! Die Funfetti Cupcakes sehen wunderbar aus :)

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  4. Vielen Dank für euren lieben Kommentare, Fräulein Laune, Ma Lu und Tammy! Mit dem Durchhaltevermögen scheint es schon viel besser zu klappen! ;)

    ♥︎sabrina

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Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Zeilen zu hinterlassen. Sobald das Gebäck der Stunde im Backofen und der Timer gestellt ist, werde ich deinen Kommentar lesen und freischalten!