Küchenklatsch // Geschenke, Küchenabfälle und ein Neubeginn

Es gibt so viele Gründe, eine Fete zu schmeißen, dass wir jetzt hier theoretisch bis Weihnachten non-stop durchfeiern könnten und wahrscheinlich immer noch neue Anlässe für spontane Parties finden würden. 

Sommer, Schule, Abschied, Neubeginn, gute Freunde, große Erfolge und kleine und ein Jubiläum. 
Ein Jahr München! Ich hab es geschafft! 



Es war hart, manchmal auch einsam, aber alles in allem ein sehr geiles Jahr voll neuer Erfahrungen, toller Menschen und auch der ein oder anderen Lektion.

Und nicht nur ein Jahr München habe ich hinter mir [übrigens das erste volle Jahr in meinen eigenen vier Wänden in Deutschland und auf dem europäischen Festland ;D], vor allem habe ich auch volle zwölf Monate in meinem Job durchgehalten, obwohl es mehr als einmal Anlass genug gab, alles hinzuschmeißen. Aber ich habe nicht aufgegeben, hab mich durchgebissen und hier bin ich nun: seit dieser Woche nur noch als Teilzeitkraft im Hotel und hauptberuflich Meisterschülerin. 

An meinem letzten Vollzeitwochende haben mich die Chefs und Kollegen mit einer herzigen kleinen Schultüte überrascht, in der viele Leckereien und Stifte versteckt waren (ebenso wie Baldrian und Alkohol - zur Prüfungsvorbereitung, nehme ich an ;D).


Eigentlich hatte ich gehofft, der im Hotel üblichen Verabschiedung zu entgehen, weil ich das Team ja nicht wirklich verlasse, sondern am Wochenende immer noch arbeite. Verabschiedung bedeutet in dem Fall Taufe und Taufe bedeutet im weitesten Sinne, dass derjenige, der geht, von den Kollegen mit Küchenabfällen übergossen wird. [Leider kann ich euch nicht sagen, wo dieser Brauch herkommt, meine Recherchen haben diesbezüglich nicht viel ergeben.] Ihr ahnt schon, wo dieser Bericht hinführt... 

Eigentlich war ich davon ausgegangen, das Argument, sie würden mir neue - im hochpreisigen Segment angesiedelte - Unterwäsche kaufen müssen, wenn sie mir mit einer Taufe meine ruinieren, würde meine Kollegen abschrecken. Tat es aber nicht. Am Sonntag wurde ich mit Eiswasser, Erdbeeren, Kaffeesatz, Fischresten, Salzwasser, Mehl und wer weiß nicht was allem übergossen, bekam eine Sektdusche verpasst und war in meinem vor Kälte schlotternden, pitschnassen, dreckigen Zustand kurzzeitig die Attraktion am Hof der Warenwirtschaft. Nun ja, man muss für alles im Leben bezahlen und das war dann wohl die Retourkutsche für die Schultüte, über die ich mich am Vortag so gefreut hatte. ;) 




Von der Sektdusche habe ich allerdings relativ viel auf relativ nüchternen Magen abbekommen, was den Vorteil hatte, dass ich einerseits bestens gelaunt war und andererseits den Übeltätern im Gegenzug hervorragend auf die Nerven gehen konnte, weil ich einfach alles kommentierte, was mir da so ins Gesicht geschmissen wurde. "Oh Salzwasser! Das ist wie kürzlich im Urlaub in Spanien, als ich auf der Luftmatratze lag. Aber echt, Jungs, da hat wenigstens die Sonne geschienen. Also ich hätte schon erwartet, dass ihr euch darum kümmert, dass hier gutes Wetter ist. Oh, ein Fisch. Was für ein Fisch ist das? Wisst ihr nicht? Was für Köche seid ihr denn?" 

Ich hab auch versucht zurückzuwerfen, aber wenn man sich bemüht, die Kochjacke zuzuhalten, weil man darunter nichts anhat, wirft es sich nicht so gut, deshalb hab ich leider nur sehr selten getroffen. Auch bei der anschließenden Jagd über den Hof konnte ich trotz vieler Umarmungen nur wenig von dem Dreck wieder loswerden. Ja, man sieht, mit Rache hab ich's nicht so. 

Trotzdem war es ein spaßiger Tag und auch wenn es mir um die Unterwäsche (die danach in den Müll gewandert ist) leid tut, muss ich mich wohl auch geschmeichelt fühlen, denn so eine Taufe bekommt man nicht, wenn man von den Kollegen nicht auch gemocht wird.  

Dienstag war dann der erste Schultag und es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die nächsten zehn Monate kein Zuckerschlecken werden. Aber die Drohung der Lehrer am ersten Tag "Vergessen Sie Ihr Privatleben, Sie werden keines haben" hat mir eigentlich nur ein Lächeln entlockt, denn hey, mein Privatleben war schon in den letzten zwölf Monaten - bedingt durch eine lange Fahrt zur Arbeit und die Arbeitszeiten in der Gastronomie - praktisch non-existent. Also auf in ein neues Abenteuer! Den non-stop Garniertag (vormittags Schoko-Dekor, nachmittags Tortenaufsätze aus Brand- und Hippenmasse) habe ich schon hinter mir, ebenso den ersten Killerfreitag (Killer deshalb, weil freitags nur BWL, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Kalkulation und Buchführung auf dem Stundenplan stehen), jetzt bin ich bereit für die zweite Schulwoche. 

♥︎sabrina 



3 Kommentare :

  1. Ja herzlichen Glückwunsch zur Dusche und vor allem viel Ausdauer für die kommende Zeit!

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  2. Du hast ja aufmerksame Kollegen gehabt! Viel Glück, Durchhaltevermögen und vor allem Spaß in der Meisterschule, wünsch ich dir :)

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  3. Danke ihr beiden für die netten Worte! :)

    ♥︎sabrina

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