Küchenklatsch // Behind the scenes

Früher war ich mal Nachteule und Langschläfer. Heute wache ich manchmal sogar an meinen freien Tagen um vier in der Früh auf. Man könnte also sagen, ich bin der lebende Beweis dafür, dass sich der menschliche Körper, egal wofür er eigentlich geschaffen ist, an alles gewöhnen kann, wenn der Geist nur will. Nicht, dass ich freiwillig um vier aufstehen würde - niemals! 



Aber mein Job bringt das nunmal so mit sich und weil ich meine Arbeit liebe, stolpere ich zu nachtschlafender Zeit durch meine kleine Wohnung, lausche den ersten frühen Geräuschen der Stadt und während ich zur U-Bahn hetze, tröste mich mit dem Gedanken, dass der Mann, der da den LKW vor dem Supermarkt entlädt, genauso früh aufstehen musste. 

Derzeit gestaltet sich mein Leben so: aufstehen, arbeiten, schnell eine Kleinigkeit essen, schlafen. Viele Überstunden, eine nicht enden wollende Müdigkeit, und an den freien Tagen versuche ich, irgendwo die verlorengegangene Energie wiederzufinden. Und nebenbei werkele ich noch in meiner Mini-Küche, weil ich, wie ihr wisst, auch in meiner Freizeit einfach die Finger nicht vom Wellholz lassen kann. 



Dass mir die Küche in meiner 34qm-Dachwohnung mitten in der wunderschönen Maxvorstadt in München nur wenig Platz für artistisches Backen lässt (uznd ursprünglich nicht mal mit einem Backofen ausgestattet war), hindert mich nicht daran, Torten und Törtchen, Cupcakes, Muffins, Cookies und Co. zu produzieren und munter an meiner Konditorkarriere zu feilen. 


Behind the Scenes vom 01.06.-30-06-2014Im Rahmen von Steph's "Behind the Scenes"-Blogevent, das aufgrund der regen Teilnahme nun noch bis Ende des Monats in die Verlängerung geht, zeige ich euch heute einfach mal, was es heißt, auf engstem Raum zu backen. 



Nachdem der Mietvertrag unterschrieben war, machte ich mich als erstes auf die Suche nach einem Backofen. Klein genug für die Wohnung, groß genug, um anständige Kuchen darin backen zu können. Das Elektrofachgeschäft meines Vertrauens hatte einige Modelle zur Auswahl, auf die Frage, ob diese "Pizzaöfen"/"Hähnchenautomaten mit Drehspieß" denn auch gleichmäßig Hitze abgeben würden, sodass meine Kuchen gleichmäßig bräunen, erntete ich nur verständnislose Blicke. Ich wälzte Prospekte, durchsuchte das Internet und stellte wieder einmal fest: offenbar war noch niemand vor dem Problem gestanden, mit einem solchen Mini-Backofen exzessiv backen zu wollen. 



Heute bin ich froh über meine Wahl und würde meinen kleinen Backofen für kein Geld der Welt eintauschen wollen. Bisher hat er mich kein einziges Mal enttäuscht, meine Gebäcke sind weder verbrannt noch ungleich gebacken, sondern allesamt einfach wunderschön geworden.

Mit meiner kleinen Arbeitsfläche habe ich mich inzwischen auch arrangiert. Backen ist mühsam, aber mit ein bisschen Improvisation gelingt fast alles - und dass meine KitchenAid auf ein kleines Regal neben dem Ess- und Arbeitstisch aussiedeln musste, setzt sie nur noch mehr in Szene. Meine Küche ist minimalistisch und oft wünsche ich mir mehr Platz. Aber ich liebe sie. 



Gearbeitet wird manchmal auch am Küchentisch - und wenn dann das Mehl weggewischt ist und sämtliche Arbeitsgeräte auf der eigentlichen Arbeitsfläche zum Spülen aufgetürmt sind, wird hier oft auch fotografiert. Dann kommt der Laptop hervor und ich tippe drauf los. Ich mag schöne Fotos und arbeite an meinen Kamera-Kenntnissen - was ich allerdings nicht mag, sind Food-Fotografien mit zu viel Firlefanz. Das Essen steht im Vordergrund (die Torte, der Cupcake, der Blütendekor), keine Vintage-Deko oder Tante Emma-Accessoires, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben. Geradlinig muss es sein, aber das schließt tolle Fotografie ja nicht aus und daran arbeite ich. 

Meine Back- und Fachbücher sind in alle Winde zerstreut. Ein paar davon liegen immer neben dem Bett, weil ich abends gerne noch darin schmökere und mich inspirieren lasse. Andere stehen ordentlich aufgereiht in diversen Regalfächern. Und ein paar sind sogar noch zuhause bei meinen Eltern. 

Spannend wird die Sache mit dem mangelnden Platz sicherlich dann, wenn ich auf die Meisterschule gehe und versuche, zu üben, was ich dort gelernt habe... aber mal sehen... ein bisschen Improvisation, dann klappt das schon! 

Ich genieße jetzt noch meinen freien Tag, denn morgen früh um vier ist die Nacht für mich ja bekanntlich wieder vorbei. Viel Spaß euch noch beim Stöbern durch fremde Küchen!

♥︎sabrina





2 Kommentare :

  1. Hallo Sabrina,
    toll, wie Du das schaffst in Deiner kleinen Küche. Aber sie ist doch sehr funktionell, klein, aber fein!
    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg
    Caro

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    1. Hallo Caro, danke für die liebe Nachricht!

      ♥︎sabrina

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Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Zeilen zu hinterlassen. Sobald das Gebäck der Stunde im Backofen und der Timer gestellt ist, werde ich deinen Kommentar lesen und freischalten!