Rezept // Kürbisgugl mit Mandarine {oder: Happy End vorprogrammiert}

Wenn die Tage kürzer und die Abende länger werden, wird die Küche unweigerlich zu dem Raum im Haus, um den sich alles dreht. Hier wärmt man sich mit einer Tasse Tee nach einem langen Herbstspaziergang wieder auf, während auf dem Herd vielleicht schon eine Kürbissuppe köchelt oder im Rohr die Bratäpfel schmoren. Ein Hauch von Zimt liegt schon in der Luft, während mir der Geschmack vom letzten Zwetschgendatschi noch auf der Zunge zergeht. Es ist die Vielfalt der Gewürze und Aromen, die ich am Herbst so liebe. 





Ein Herbstklassiker, der sich jahrelang meinem Verständnis entzogen hat, ist Kürbissuppe - oder generell alles, was Kürbis in irgendeiner Form beinhaltet. Als Kind mochte ich Kürbis ganz gerne, aber irgendwann änderte sich das plötzlich. Auf Kürbis konnte ich fortan verzichten. Da ich aber ein Mensch bin, der alles und jedem eine zweite Chance gibt, habe ich mich immer wieder dazu überreden lassen, doch einen Teller Suppe mitzuessen. Irgendwann probierte ich Pumpkin Pie. Und ich freundete mich mit den Kürbissen wieder an. Dieses Jahr liebe ich Kürbisgerichte - und noch mehr liebe ich Gebäcke mit Kürbis. So wie diese kleinen Kürbisgugl:


Kürbisgugl mit Mandarine und Herbstgewürzen 



Die Mandarinen und einen kleinen Hokkaido-Kürbis gut abwaschen. Von den Mandarinen die Schale abreiben, den Kürbis z. B. mithilfe einer Küchenmaschine (Moulinette, Thermomix o. ä.) fein raspeln bzw. hacken. Wenn das geschafft ist, ist der Rest ein Kinderspiel: Ei und Zucker gut aufschlagen (dazu ggf. warm-kalt-schlagen, siehe Wiener Masse - ich habe dieses Verfahren angewandt, zwingend nötig ist es allerdings in diesem Fall nicht), dann die restlichen Zutaten zugeben und unterrühren. In kleine oder mittelgroße Gugelhupf-Förmchen füllen und ca. 15-20 Minuten (bei größeren Formen etwas länger) bei 180°C Ober-/Unterhitze backen. {Übrigens: keine Angst vor den Gewürzen! Es mag zwar noch etwas früh sein, um an Lebkuchen zu denken, aber diese Gewürzmischung gibt vielen herbstlichen Gebäcken den letzten Kick! Also traut euch!}




{Tipp: Aus dem restlichen Kürbis schmeckt eine Kürbissuppe lecker: dazu einfach den Kürbis in Stücke schneiden und mit Kartoffeln, Zwiebeln und Gemüsebrühe weichkochen, pürieren, würzen, genießen.}

Anbei habe ich übrigens noch eine zweite Anekdote, wie der Kürbis zu seinem Happy End kam. Freunde von mir wollten unbedingt für eine Weltreise sparen - eine Reise weitab vom Pauschaltourismus und von den bekannten Sehenswürdigkeiten. Sie wollten dorthin, wo sich der Alltag abspielt, in entlegene Gegenden Thailands zum Beispiel, in indische Bergdörfer und überall dorthin, wo sonst kaum ein Tourist kommt. Über ein Jahr lang haben sie streng gespart und vor allem beim Essen starke Einschränkungen gemacht - ein billiger, aber gesunder Energielieferant musste her und so entschieden sie sich für Kürbissuppe. Über ein Jahr lang kam bei ihnen nichts anderes auf den Tisch. Kürbissuppe mit Karotten, mit Kartoffeln, manchmal mit Fenchel - und sonntags gab's Weißbrot dazu. Die spartanischen Essgewohnheiten haben sich ausgezahlt - inzwischen tingeln die Beiden um die Welt und leben ihren Traum. Um Kürbissuppe machen sie meines Wissens inzwischen allerdings einen großen Bogen. Trotzdem ist das eine Kürbis-Geschichte mit Happy End, wie ich finde. 

♥sabrina 

P.S.: Wenn ich jetzt die Reiselust in euch geweckt habe, schaut doch mal auf Carl's tumblr oder auf seiner Website vorbei, Kürbisbilder werdet ihr dort wahrscheinlich keine finden, aber dafür tolle Fotos von den schönen Orten, die er bislang bereist hat... 





2 Kommentare :

  1. Die Verwendung von Kürbisraspel finde ich interessant, denn ich kenne tatsächlich nur Rezepte, bei denen pürierter Kürbis zum Einsatz kommt. Kürbis kannte ich früher nur süß-sauer eingelegt. Suppe & Co. fanden erst in den letzten Jahren auf meinen Speiseplan. Jeden Tag könnte ich mich allerdings nicht davon ernähren, Weltreise hin oder her *lach* Bilder muss ich jetzt aber trotzdem mal gucken gehen.

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    1. Rezepte mit Kürbisraspeln kenne ich einige, allerdings sind das immer nur Rezepte für Kuchen und Gebäcke. Schmeckt auch toll im Zucchinikuchen!
      Und ja, schau dir unbedingt die Bilder an, da sind sooo tolle dabei!
      ♥sabrina

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