Bitterzart // Buch-Tipp

Ich finde, es ist mal wieder an der Zeit, euch ein Buch vorzustellen, das ich vor einiger Zeit gelesen habe. Schon immer war ich eine Leseratte, aber seit ich täglich rund zwei Stunden in der S-Bahn verbringe, habe ich noch mehr Zeit für Bücher. Ich lese fast alles, was mir unter die Finger kommt: Romane, Biografien, Kochbücher, Berichte. Ab und an packt mich sogar der Ehrgeiz und ich lese große, abschreckende Klassiker mit endlosen russischen Namen, die alle auf -itsch enden ("Krieg und Frieden"...). 

Aber wenn ich dann ein Buch entdecke, das meine anderen großen Leidenschaften - Kaffee und Schokolade - auch noch in irgendeiner Form beinhaltet, schwelge ich im siebten Himmel. 



"Bitterzart" von Gabrielle Zevin ist so ein Buch. Es ist ein Buch für Jugendliche und junge Erwachsene, spielt in der Zukunft und handelt von einem sechzehnjähirgen Mädchen, das seinen Alltag als Schulkind, Familienoberhaupt und Nachfahrin eines Mafiabosses unter einen Hut bringen muss. Die Welt, in der Anya Balanchine lebt, ist eine andere als die, die wir kennen. Ressourcen sind knapp, Güter werden vom Staat limitiert. Wasser muss peinlich genau gespart werden, Papier, Schokolade und Kaffee sind verboten - was Anyas Familie nicht davon abhält, mit Schokolade ein Vermögen zu machen. 
"Bitterzart" beginnt wie ein typischer Teenie-Roman, nur eben irgendwie anders. Anyas Großmutter ist bettlägrig, ihr älterer Bruder Leo seit einem Anschlag, bei dem ihre Mutter getötet wurde, behindert. Diese besonderen Umstände führen dazu, dass Anya die Rolle des Familienoberhauptes übernimmt und neben ihrem Schulalltag mit Problemen konfrontiert wird, die sonst nur Erwachsene kennen. 



 Turbulent wird es für sie, als ein neuer Mitschüler in ihre Klasse kommt und sie sich verliebt. Als Sohn des Oberstaatsanwaltes ist Win für die aus dem Mafiaclan stammende Anya nicht der richtige Umgang und obwohl sie versucht, sich und ihre Geschwister aus den illegalen Machenschaften ihrer Verwandtschaft herauszuhalten, gelingt ihr das nicht. Als ihr Ex-Freund mit einer Vergiftung ins Krankenhaus kommt, fällt der Verdacht auf Anya und sie muss alles tun, um sich selbst und ihre Geschwister zu schützen. 

Die Geschichte hat mich gleich zu Beginn fasziniert und die Handlung im Verlauf des Buches immer wieder überrascht. Erzählt wird aus der Sicht der Protagonistin und obwohl ich mich anfangs etwas an zum Teil holprige Formulierungen gewöhnen musste, habe ich festgestellt, dass dieser Schreibstil dem Roman mehr Tiefe verleiht - durch die teeniehafte Erzählweise wirkt die Figur Anyas glaubhafter. Es gibt ein paar Stellen im Buch, deren Handlungsverlauf ich mir anders gewünscht oder erwartet hätte, aber alles in allem hat mich die Story doch mitgerissen. 

Auf den zweiten Band, der am 23. Oktober im FJB erscheinen soll, freue ich mich jedenfalls schon sehr und kann die Reihe allen, die ungewöhnliche Dystopie-Romane mögen und sich eine Welt ohne Schokolade nicht vorstellen können, durchaus empfehlen. 

Viel Spaß beim Lesen! Und lasst mich unbedingt wissen, wie euch das Buch gefallen hat! 


2 Kommentare :

  1. Hört sich spannend an! Schöne Rezension mit hübschen Bildern - und mir fällt ein, dass ich auch mal wieder eine Rezension schreiben könnte. Leider bietet sich keine meiner zuletzt gelesenen Romane dafür an. ^^ EIn Kampf zwischen Chimären und Engeln mit brennenden Flügeln hat irgendwie nichts mit Süßem zu tun. :D

    Liebe Grüße
    Rebecca

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    1. Hm, ja, da hast du Recht, so wirklich nach Backen oder Essen klingt das nicht. Oder essen Engel Schokolade? ;)

      ♥sabrina

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