Rezept // Träubleskuchen

Letzte Woche habe ich euch von tragischen Paaren und dramatischer Liebe bis in den Tod erzählt. Heute geht es bittersüß weiter. Die Kombination, die ich euch heute vorstellen möchte, ist sicher weit über die Grenzen des Schwabenlandes hinaus bekannt - und nicht minder beliebt. 



Beim Träubleskuchen, dem schwäbischen Sommerklassiker schlechthin, folgt jedem Bissen eine wahre Geschmacksexplosion im Mund, wenn sich das leicht säuerlich-frische Aroma der roten Johannisbeere mit dem zart-krachenden Schaum der süßen Baisermasse paart. Und das Beste ist: dieser Kuchen schmeckt auch bei 40°C im Schatten noch erfrischend! 
Damit ihr euch selbst davon überzeugen könnt, dass "Träuble" und "Schäumle" eindeutig auch zur Kategorie "Paar des Jahrtausends" gezählt werden dürfen, habe ich hier mein Lieblingsrezept für euch: 

Schwäbischer Träubleskuchen 


280 g Mehl
25 g Haselnüsse, gemahlen
100 g Zucker
2 Eigelb
200 g Butter, kalt 
25 g Marzipanrohmasse (optional)
Semmelbrösel oder gemahlene Nüsse zum Einstreuen

Aus Mehl, Haselnüssen, Zucker, Eigelb und Butter wird ein Mürbeteig geknetet, mit dem eine 26 cm-Springform ausgelegt wird. Die Marzipanrohmasse wird in Flöckchen auf dem Boden verteilt, Semmelbrösel oder Nüsse werden eingestreut. 



Der Boden wird mit einem Papier abgedeckt und mit Hülsenfrüchten beschwert, dann bei 180°C ca. 20 Minuten lang blindgebacken. 

ca. 800 g Johannisbeeren 

In der Zwischenzeit werden von den Träuble die Rispen entfernt. {Dazu kann man mit einer kleinen Gabel entgegen der Wuchsrichtung an der Hauptrispe entlangfahren und so die Beerchen abstreifen.} 

6 Eiweiß
220 g Zucker 
2 EL Speisestärke 
2 EL Haselnüsse, gemahlen (optional) 

Das Eiweiß wird mit dem Zucker steif geschlagen. Dazu am besten ca. 100 g Zucker mit dem Eiweiß in den Kessel geben und den restlichen Zucker während des Aufschlagens langsam einrieseln lassen. Wenn der Eischnee kompakt und glänzend ist und nicht mehr tropft, aber auch noch nicht ausflockt, ist er fertig. Dann wird die Speisestärke untergehoben. Nach Wunsch kann man jetzt auch noch die gemahlenen Haselnüsse unterheben. 



Jetzt legt man zwei große Horn Eischnee beiseite und hebt die Johannisbeeren vorsichtig unter den im Kessel verbliebenen Rest. Diesen gibt man auf den Kuchenboden, dann wird der Eischnee ohne Beeren darüber verteilt und der Kuchen kann ca. noch weitere 50 Minuten fertiggebacken werden. 

Das Rezept basiert in groben Zügen übrigens auf dem "Himmlischen Träubleskuchen" aus der Lisa Kochen & Backen Sweet Dreams 2/12 und den wenig aufschlussreichen Überlieferungen aus dem Rezeptschatz meiner Großmutter ("Wie hat Oma den eigentlich immer gemacht?" - "Ha ja, mit viel Träuble und obendrauf Schäumle."). Das Rezept mit Haselnüssen und Marzipan zu verfeinern, ist "auf meinem Mist gewachsen", wie der Schwabe so schön sagt. Ich liebe Haselnüsse im Gebäck - aber natürlich kann man die, ebenso wie das Marzipan, auch einfach weglassen. 

{Übrigens, wusstet ihr, wie viele verschiedene Namen die Johannisbeere hat? Ich bin ja für triviale Fakten immer zu haben... Sie heißt auch Ribisel, Meertrübeli, Ahlbeere, Gichtbeere, Kanstraube...}

Habt ihr auch eine verführerische Lieblings-Kombination und vielleicht ein Rezept, auf das ihr jeden Sommer zurückgreift und das euch auch an heißen Tagen nicht zu viel wird? Erzählt mal! 

♥sabrina

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