Rezept // Devil's Food

Früher war ich Romantikerin. Heute bin ich Realistin mit Hang zum Schwarzsehen. 
Aber eine Sache hat mich schon immer fasziniert: Liebesgeschichten mit tragischem Ende. Paare, die für einander bestimmt waren, aber nie ihr persönliches Happy End gefunden haben (weil jemand intrigiert hat/weil einer gestorben ist/weil einer sich umgebracht hat, weil er dachte, der andere sei längst tot, obwohl er es dann doch nicht war/weil beide zur falschen Zeit am falschen Ort waren/weil das Schicksal sie zu spät wieder zusammengeführt hat...). Ihr wisst schon, Romeo und Julia, Bonnie und Clyde, Sid und Nancy, Lady Di und Dodi Al Fayed, Kurt und Courtney, Rick Blaine und Ilsa Lund

Zwei, die ebenfalls füreinander bestimmt sind und ein Happy End gefunden haben (was die Sache nicht weniger spannend macht), sind Vanille und Schokolade. Schon seit jeher eine unschlagbare Kombination - und in Form von diesen Cupcakes einfach himmlisch. Devil's Food trifft Angel Cream. (Was mich spontan an das nächste tragische Paar erinnert: Buffy und Angel. *seufz*)  



Ich hatte es ja versprochen - nachdem der ganze Prüfungsstress vorbei ist, gibt es endlich wieder Cupcakes! 
Gute Schokocupcakes-Rezepte gibt es viele. Die liebe Barbara von kleinundzuckersüß hat mich zum Beispiel auf das Rezept aus "Süße Sünden" aufmerksam gemacht, das sie unlängst ausprobiert hat. Das Buch steht auch in meinem Regal, aber das Rezept hab ich trotzdem noch nicht getestet. Und Kathrin, die so einen ähnlichen Werdegang hat wie ich (sie ist auch Journalistin mit Back-Leidenschaft und betreibt die "Glücksbäckerei") hatte da dieses super-leckere Rezept für Cupcakes mit weißer Schokolade auf Lager, das ebenfalls sofort auf meine To-Bake-Liste gewandert ist. 
Aaaaaaber... ich wollte nunmal dunkle Schoko-Cupcakes. So richtig saftige, schokoladige, die vor Kakao nur so strotzen. Und habe zu einem Rezept gegriffen, dass sich schon einmal bewährt hat (und leicht abgewandelt übrigens auch beim Eis am Stiel zum Einsatz gekommen ist): 

Devil's Food Cupcakes mit leichter Vanille-Buttercreme 


50 g weiche Butter
125 g brauner Zucker 
2 Eier 
125 g Mehl
1 TL Natron
4-5 EL Kakaopulver
1 Schuss Milch
125 g Schmand 

Die Butter habe ich mit dem Zucker glatt gerührt, dann die Eier dazugegeben und alles nocheinmal gut geschlagen. Zum Schluss die trockenen Zutaten und den Schuss Milch zugegeben und nach erneutem Unterrühren letztlich den Schmand. Mithilfe eines Spritzbeutels werden 12 Muffin-Förmchen zu einem Drittel bis maximal zur Hälfte gefüllt (die Masse erscheint zunächst recht wenig, aber ihr werdet sehen, dass sie dank Natron toll aufgeht!), dann werden die Cupcakes bei 175°C ca. 20 Minuten gebacken. 


Für die Vanille-Buttercreme hatte ich Vanillecreme (aka Pudding) von meiner Prüfung übrig. Den habe ich mit einem Päckchen aufgeschlagener Butter glattgerührt und mit einer französischen Sterntülle auf die ausgekühlten Cupcakes aufgetragen. Natürlich kann man auch einfach Puddingpulver nach Packungsanweisung zum Pudding kochen und nach dem Abkühlen für die Creme verwenden (in dem Fall etwa 1:1 mischen) - aber selbstgemacht und mit echter Vanille schmeckt die Creme doppelt so gut! 


Deutsche Buttercreme


Dafür 
100 ml Milch mit 1 Vanilleschote (ausgekratzt, aufgeschlitzt) zum Kochen bringen, Vanilleschote rausfischen, eventuell nochmal auskratzen.
50 ml Milch mit ca. 20 g Weizenstärke glatt rühren und dazugeben, um die kochende Milch abzubinden. 
1 Ei zugeben und ebenfalls gut unterrühren. 
Zum Schluss noch ca. 25 g Zucker zugeben und darin auflösen. 
Pudding umfüllen und mit Zucker bestreuen oder mit einer Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche abdecken, damit sich beim Abkühlen keine Haut bildet. 
Rechtzeitig 1 Päckchen Butter rauslegen, damit sie zimmerwarm und weich wird. Dann gut aufschlagen (genau wie bei der französischen Buttercrème, erinnert ihr euch?) und die ebenfalls zimmerwarme Vanillecreme nach und nach zugeben und gut unterrühren. 

Viele Cupcake-Frostings sind nach meinem Geschmack zu süß, aber diese Creme schmeckt in erster Linie nach Vanille und deshalb, trotz Butter, nicht so mächtig wie manch anderes Topping. Ich hab nun wieder Creme übrig (weil ich auch keine Berge von Creme auf den Cupcakes mag - die Creme sollte den Geschmack abrunden, nicht überdecken), aber das ist kein Problem! Sie lässt sich im Kühlschrank gut ein paar Tage aufbewahren und entweder für eine neue Runde Cupcakes oder als Füllung für Mürbeteigtartelettes hervorragend verwenden. Wenn es soweit ist, rühre ich sie einfach über dem Wasserbad noch einmal glatt, dann lässt sie sich genauso gut weiterverarbeiten wie frisch gemacht. 

Hach ja, und jetzt kommt das tragische Ende, auf das wir alle so gewartet haben: jetzt wird gegessen!
Bleibt nur noch eine Frage offen: was gibt's dazu? "Casablanca" oder "Die große Liebe meines Lebens?" 

Und wenn sie nicht gestorben sind... 




2 Kommentare :

  1. Ein so schöner Post! Die Geschichte drumherum gefällt mir genauso gut wie die lecker aussehenden Cupcakes! Mjam!

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