Rezept // Eis-am-Stiel-Kuchen

Ein sonniger Sonntag-Spätnachmittag auf dem Balkon eignet sich hervorragend für ein Sonnenbad und für ein kleines Schwätzchen. Und Eis, aber das muss noch ein wenig warten.

Erst einmal möchte ich euch aus meinem turbulenten Leben berichten. Ich habe das Gefühl, dass die letzten Tage in meinem Azubi-Leben nur so dahinfliegen. Die Dinge überschlagen sich, es passiert so viel, das Leben ist so schön und aufregend im Moment. 
Vor ziemlich genau vier Wochen - ihr habt es sicher hier oder hier mitgelesen - war ich ja auf einer kleinen Business-und-Bon-Jovi (herrliche Alliteration, nicht wahr?)-Tour in München und kann nun mit Freude berichten, dass sie von Erfolg gekrönt war: ich hab den Job! Der Vertrag ist unter Dach und Fach und ab September werde ich in München in der Pâtisserie eines tollen Hotels zaubern. {Falls jemand zufällig eine kleine Wohnung mit Backofen zu vermieten hat, sagt bitte Bescheid! Küche an sich ist nicht so wichtig, aber ein Dach über dem Kopf und einen Backofen brauch ich!}

Ein bisschen Neuseeland-Heimweh hat mich auch wieder gepackt, denn eigentlich hatte ich mir und meinen Freunden dort geschworen, spätestens nach Abschluss meiner Lehre wieder "nach Hause" zu kommen. Aber das muss nun doch noch eine Weile warten. Dafür bekomme ich vielleicht demnächst Besuch von meinem ehemaligen Journalismus-Tutor und seiner Frau, die eine Europa-Reise planen und vielleicht auch hier vorbeischauen. 



Außerdem treffe ich mich nächstes Wochenende (für ein weiteres Bon Jovi-Konzert... ach ja, der Rock'n'Roll hat's mir einfach angetan) mit meiner ehemaligen Meisterin, die sich nach der Hälfte meiner Lehre selbstständig gemacht hat und die ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe. Und wo wir gerade von guter Musik sprechen: am Freitag war ich auch auf einem Konzert. Das habe ich vorhin meiner fast 90-jährigen Urgroßtante auch so erzählt, worauf sie nur meinte: "Etwa bei den Toten Hosen? Guuut. Nimm nur mit, was du kannst, so lange du jung bist." Meine Urgroßtante ist einfach die Coolste, findet ihr nicht auch!? - Jeeeedenfalls war besagtes Hosen-Konzert der Hammer. Nette Leute, Hammer-Musik und Bob Geldof als Vorband. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich den noch mal live erlebe (außerdem weiß ich jetzt, woher Jon Bon Jovi seine Stage-Moves hat). Fremde haben ihr Bier mit mir geteilt, Konfetti regnete vom Himmel, die Nacht war kurz (um 00:10 lag ich im Bett, um 3:00 musste ich schon wieder aufstehen und los zur Arbeit) und ich bin immer noch "star-struck", wie der Engländer so schön sagt. 
Ich kann mich wirklich nicht beklagen - in letzter Zeit bin ich ein richtiger Glückspilz. 
Vielleicht sollte ich anfangen, Lotto zu spielen, denn auch auf der Gewinner-Schiene war ich jüngst unterwegs. 
Bei der süßen Zuckerschnute gab es letzten Monat ein Gewinnspiel anlässlich ihres Blog-Geburtstags und ich hab ganz unerwartet ein Rezeptbüchlein bekommen. Unerwartet deshalb, weil ich zum ersten und einzigen Mal etwas gewonnen habe, als ich in der vierten Klasse in der Grundschule war und bei einem Preisausschreiben einer Zeitschrift eine Mulan-Videokassette (ja, damals gab es sowas noch) gewonnen habe. 



Noch unerwarteter war allerdings, dass mich in der gleichen Woche der Büchergott gleich noch einmal gesegnet hat. Ich gehöre ja zu den Leuten, die immer ihren Senf dazugeben, wenn sie über ein interessantes Thema stolpern - auch, wenn es sich dabei eigentlich um ein Gewinnspiel handelt. Deshalb hatte ich auch gar nicht daran gedacht, dass ich in den Lostopf wandern würde, wenn ich bei Saras Birds Like Cake meine (eher nicht so guten) Erfahrungen mit Cake Pops zum Besten geben würde. Und schwupps, schon kam das nächste Büchlein ins Haus geflattert. Über Cake Pops. Damit ich meine Phobie doch noch überwinde. {An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an die beiden Bloggerinnen! ♥}
Nein, das war ein Scherz, so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Mein Ego war nur etwas angekratzt, weil die Dinger einfach nicht so wollten wie ich mir das vorgestellt hatte. 
Wie auch immer... das Cake Pop-Desaster erzähle ich euch ein anderes Mal. Jetzt kriegt jeder erstmal ein Eis. Am Stiel. Aber - wie ich auf facebook bereits angekündigt hatte - kein gefrorenes. 
Bei mir gibt es Kuchen-Eis-am-Stiel. Das ist mindestens so cool wie Cake Pops, wenn nicht sogar noch besser! Und schiefgehen kann auch nichts dabei. 



Vor einiger Zeit bin ich dank Kaylah auf die Cake-sicle pan, ein Kuchen-am-Stiel-Backblech, aufmerksam geworden. Zunächst gab es das natürlich nur in Amerika, aber irgendwann fand ich es plötzlich auch in einem deutschen Shop und bestellte es sofort. Nach vier Wochen Lieferzeit dann endlich die ersten Back-Versuche. Und heute kriegt man solche Bleche an jeder Ecke. Ach ja, das Leben ist hart, wenn man Trendsetter ist. :P

Für Cake-sicles gibt es keine Regeln - erlaubt ist, was schmeckt. Schokolade schmeckt. Vanille schmeckt. Deshalb gibt's heute beide Versionen, die beliebig variiert werden können: 

Dunkle Eis-am-Stiel-Kuchen 


50 g Margarine
115 g Zucker (toll schmeckt in diesem Rezept dunkler Muscovado-Zucker) 
2 Eier
125 g Mehl
1 TL Natron
1 EL Kakaopulver
100 g Crème double 

Margarine schmelzen, dann die trockenen Zutaten und die Eier zugeben, kurz mischen, zum Schluss Crème double zugeben. Bei Bedarf etwas Mehl und Kakao hinzufügen. 

Helle Eis-am-Stiel-Kuchen


75 g Butter
75 g weißer Kristallzucker, extra-fein
1 TL Vanillezucker
1 Ei
125 g Mehl 
1 TL Backpulver 
30 g Milch
20 g Buttermilch  
- nach Wunsch geröstete, fein gemahlene und mit etwas Zucker karamellisierte Nüsse, ca 1 EL, zugeben - 

Zucker und Butter geschmeidig rühren, zunächst das Ei, dann die restlichen Zutaten zugeben. 

Masse mit einem Löffel oder Spritzbeutel in die gefetteten und ggf. mit Mehl ausgepuderten Vertiefungen des Bleches füllen, dann bei 175°C ca. 15 bis 20 Minuten backen. Nach dem Auskühlen vorsichtig herauslösen und Holzstäbchen einstecken. 

Die Cake-sicles können mit Kuvertüre oder Fettglasur überzogen und beliebig dekoriert werden. 

♥sabrina








6 Kommentare :

  1. Ohhhhh aahhhhhhh wie toooooll!!!! Jetzt möchte ich auch sofort so eine Form haben!!!

    (Meine ersten Cake-Pops waren übrigens auch nicht so dolle und ich hab es seitdem nicht mehr versucht. Eigentlich blöd ... aber das Bäckerinnern-Herz ist eben schnell angeknackst. :D)

    Liebste Grüße
    Rebecca von bambi backt

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Inzwischen gibt's die Formen in allen erdenklichen Variationen, du solltest im Internet also leicht fündig werden. ;) Ich benutze sie übrigens nur halb so oft wie ich es gern täte, weil ich finde, dass die Eis-am-Stiel-Kuchen nur überzogen und dekoriert so richtig nach Eis aussehen und meistens bin ich - oh Schande! - zu faul, nach dem Backen auch noch Kuvertüre zu temperieren. Auf der Arbeit hat man eben immer alles gleich vor der Nase, da ist das kein so großer Act... und man wird faul. ;)
      Und ja, das Herzlein ist sehr schnell angeknackst. Oder das Ego.
      ♥sabrina

      Löschen
    2. Dieses "faule" Backen kenne ich nur zu gut. Ich muss immer erst alles aus verschiedenen Ecken der Wohnung zusammen suchen UND unter Umständen in verschiedenen Läden die Zutaten einkaufen. Das kostet schon Überwindung, da überhaupt vom Sofa aufzustehen. :D

      <3

      Löschen
    3. Haha, genau! Das nervt mich auch immer, wenn ich was backen will und dann feststellen muss, dass ich erst noch einkaufen muss. Dann verschiebe ich es meistens bis ich keine Lust mehr darauf habe und was anderes backe...
      ♥sabrina

      Löschen
    4. So, rate mal, wer jetzt genau so eine Form bekommen und eben die erste Fuhre Schoko-"Eis" aus dem Ofen gezogen hat? ;) Der Post dazu folgt bald - sicherlich garniert mit viel Lob!

      Liebe Grüße
      Rebecca

      Löschen
    5. Sehr cool! Ich fühle mich wie ein kleiner Trendsetter! ;)

      ♥sabrina

      Löschen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir ein paar Zeilen zu hinterlassen. Sobald das Gebäck der Stunde im Backofen und der Timer gestellt ist, werde ich deinen Kommentar lesen und freischalten!