Workshop // Der zweite Streich

... oder: "Was man mit einem Wiener Boden alles anstellen kann" 

Am Mittwoch habe ich euch gezeigt, wie ich am liebsten meine Tortenböden backe. Wenn ihr fleißig mitgebacken habt, hat jetzt jeder mindestens einen Tortenboden im Kühlschrank stehen und fragt sich, was wir damit nun anstellen. Um den Boden für eine Torte aufzuschneiden, nehmt ihr entweder eine dünne Schnur bzw. einen feinen Draht, den ihr in einer Schlaufe um den Boden legt und dann zusammenzieht. Ich bevorzuge allerdings die herkömmliche Methode mit dem Messer. 




Dazu verwende ich ein Konditormesser oder ein (gezacktes) Brotmesser mit möglichst langer Klinge, das ich waagrecht an der Stelle ansetze, an der ich schneiden will. Es ist immer hilfreich, wenn man sich vorher überlegt, wie viele Schichten die Torte später haben soll. Je nach Höhe des Bodens empfehlen sich drei oder vier Bisquit und entsprechend auch Crèmeschichten, deren Dicke man durch Einritzen des Randes markieren und sich somit die Arbeit erleichtern kann. 
Nun legt man das Messer an und schneidet langsam vor und zurück, während man mit der freien Hand den gesamten Boden von sich weg dreht. Dabei wird der Boden nicht sofort durchgeschnitten. Stattdessen schneidet man im Kreis, bis man rundherum den Boden eingeschnitten hat, ehe man zur zweiten Runde ansetzt und spätestens nach einer dritten dann auch in der Mitte angekommen sein sollte. 
So geht man weiter vor, bis der Boden in drei oder vier Teile aufgeschnitten wurde. 




Möchte man eine super-mega-hyper-professionelle Torte machen, könnte man jetzt die kalte Butter aus dem Kühlschrank holen und einen Mürbeteig herstellen  (dafür könnte man zum Beispiel dieses Rezept nehmen, allerdings reicht es, wenn man es auf 150g Mehl angleicht und die Haselnüsse weglässt), auf ca. 2mm ausrollen, stippen und mit dem Tortenring ausstechen. Nach dem Backen wird diese Unterlage für gewöhnlich mit Aprikosenkonfitüre oder Schokolade (oder beidem) bestrichen, ehe der unterste Boden direkt daraufgesetzt wird. 
Allerdings spare ich mir diesen Schritt zuhause immer. Stattdessen bestreiche ich einfach den untersten Boden der Torte mit flüssiger Kuvertüre. Sobald diese angezogen ist, ist die Unterseite der Torte auch einigermaßen stabil, schmeckt lecker und klebt nicht an der Tortenplatte fest. Alles in allem erfüllt diese Schoko-Schicht also den gleichen Zweck wie eine Mürbeteigunterlage. 



Bevor wir jetzt zum spannendsten Teil kommen, dem Zusammensetzen der Torte, brauchen wir natürlich eine Füllung. Morgen zeige ich euch, wie man aus einer französischen Buttercrème eine leckere Himbeer-Füllung herstellt. 
Und bis dahin noch ein paar Basics, was man mit dem Tortenboden noch so alles anstellen kann, bzw. wie man ihn richtig lagert:
  • in Folie gewickelt kann der Boden mehrere Tage im Kühlschrank gelagert oder auch längere Zeit eingefroren werden
  • keine Angst vor Austrocknung! - Auch wenn sich der Boden nach einiger Zeit trocken anfühlt, kann noch eine leckere Torte daraus entstehen, denn die Füllung bzw. auch Tränke (dazu kommen wir im übernächsten Schritt) gibt in der Regel genug Feuchtigkeit ab, um das gute Stück richtig saftig schmecken zu lassen.
  • Bisquit- bzw. Wiener Boden-Reste eignen sich hervorragend als Einlage in saftige Obstkuchen, da sie die Feuchtigkeit aufnehmen (z. B. beim Rhababerberkuchen als Brösel unten in die Form streuen) 
  • Brösel eignen sich außerdem als Zugabe zu Strudelfüllungen, bzw. können in alle Süßspeisen gegeben werden, in die auch Semmelbrösel kommen
  • gemischt mit Frischkäse, Pudding oder Buttercrème ergeben sie eine leckere Basis für Obsttörtchen (Mürbeteig in Tortelette- oder Muffin-Förmchen blindbacken, dann Brösel-Mischung beigeben, mit Obst bedecken und ggf. glasieren) oder als Grundlage für Cake Balls oder Cake Pops 
♥sabrina



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