Pralinen [oder: ein total verrückter Montag]

Was für ein aufregender Tag! 
Die Zeit an der Berufsschule neigt sich dem Ende zu - schon in drei Wochen stehen die theoretischen Prüfungen an. Für mich ist das ja immer irgendwie auch das Stichwort, um sentimental zu werden... *schnief* Aber das werde ich wohl auf nächste Woche verschieben müssen, denn heute war für Gefühlsausbrüche wahrlich keine Zeit, denn die Präsentation unserer Pralinen stand an. 




In den vergangenen Praxis-Stunden hatten wir eine Bonbonnière aus Kuvertüre sowie eine Sorte besonderer Pralinen hergestellt, die wir heute Mitschülern, Lehrern und Innungsmitgliedern präsentierten. Meine Bonbonnière habe ich aus Vollmilch-Schokolade gegossen, das Notenlinien-Muster entstand mithilfe einer Transferfolie. Den Dekor habe ich aus dunkler und orange-gefärbter Schoko-Modelliermasse angefertigt und mit Goldpulver verziert. Alles essbar. Alles pure Schoki. 





Die Pralinen sind - wer mich gut kennt, ahnt es schon - mit einem ordentlichen Schuss Kaffee. Ein "zweifarbiger Kaffeetraum mit Schuss": Zartbitter-Schalen, gefüllt mit weißer Cognac-Canache und dunkler Kaffee-Canache. 





Die Rose, die die Bonbonnière ziert, habe ich geschickt versteckt. Aber ich mag es, wenn man an überraschenden Stellen ganz unerwartet kleine Kunstwerke entdeckt. Für die verstreuten Rosenblätter habe ich mich entschieden, weil mich die Noten ein wenig an ein Klavier mit Rosen erinnern. Und in meinem Kopfkino war das ein schwarzer Flügel, auf dem ein Strauß roter Rosen stand, mit der ein Gentleman seiner Angebeteten überraschen wollte. Durch die wallenden Vorhänge am Fenster flüsterte der Wind, der eine der Rosen streifte, sodass sie ihre Blütenblätter fallen ließ... äh ja. Ich werde sentimental. Sag ich doch. Das liegt daran, dass bald alles vorbei sein wird. 





Zurück zur Realität und damit zur Präsentation. 
Ich hatte alles ganz toll geplant: drei verschiedene Tischdecken, frische Blumen,  eine Etagère... aber dann kam diese Wirtschaftskunde-Hausarbeit dazwischen, die mich die ganze letzte Woche in Anspruch genommen hat. Und als ich heute Morgen zur Schule kam, wunderte ich mich, warum meine Mitschüler wie die Mulis bepackt Platten und Stoffballen in die Schule schleppten - bis mir die Präsentation wieder einfiel. Mist. Vergessen. Da stand ich also, mutterseelenallein ohne Deko-Material. Tausend bunte Tische und dazwischen meiner: klein, leer, karg, trostlos. 




Aber das Schicksal meinte es gut mit mir: der Streik bei der Lufthansa führte zur Überlastung auf den Autobahnen, weshalb unter anderem auch mein Lehrer im Stau stand. Während er sich also durch die Blechmassen kämpfte, flitzte meine alarmierte Mutter zuhause durch die Gegend, räumte die Fensterbank ab und ihre Deko-Kiste aus und packte alles ein, was sie finden konnte. In allerletzter Minute erreichte sie meine Schule und brachte mir als Retterin in der Not ihre Deko-Artikel vorbei, damit ich meine Präsentation doch noch improvisieren konnte. Und was soll ich sagen... es ist besser geworden, als ich es mir zuvor ausgemalt hatte - und das, obwohl ich ja ganz andere Dinge verwendete als die, die ich ursprünglich geplant hatte. (Die Bild-Qualität ist leider nicht der Hammer, aber meine Kamera hatte ich natürlich auch nicht dabei, deshalb musste das Handy herhalten... was man hier nicht so gut sieht, sind die drei verschiedenen Stoffe, die ich verwendet habe. Außerdem habe ich die weiße Platte erhöht gestellt und die Pralinen auf Kaffeebohnen gebettet.) 





Nach diesem kleinen Schwank aus meinem chaotischen Alltag (sowas passiert nicht ständig, aber hin und wieder sind solche Aktionen doch irgendwie charakteristisch für mich) hier noch ein paar ausgesuchte Bilder von den Werken meiner Mitschüler: 




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